Methodik
Was wir messen, und wie.
MontioAlps misst, wie die Teilnehmenden eines Outdoor-Events tatsächlich anreisen, und schätzt die Wirkung ab. Diese Seite legt die Quellen und die Rechenregeln offen. Sie sind öffentlich, von einem Bilan zum nächsten unverändert und bewusst zurückhaltend.
Die Ausgangsdaten
Jede Fahrt wird von den Teilnehmenden über das Signal deklariert: Startort, Verkehrsmittel und, bei geteilten Fahrten, die Anzahl Insassen. Es werden keine Personendaten erhoben. Gemessen wird das tatsächliche Verhalten, nicht eine im Voraus geäusserte Absicht.
Die Emissionsfaktoren
| Verbrenner-Pkw | 218gCO2e / km / Fahrzeug |
|---|---|
| Elektro-Pkw | 103gCO2e / km / Fahrzeug |
| Reisecar | 29gCO2e / km / Fahrgast |
| Regionalzug (TER) | 29,4gCO2e / km / Fahrgast |
| Hochgeschwindigkeitszug (TGV) | 3,5gCO2e / km / Fahrgast |
Bei einem Auto gilt: Emission pro Person = Emission des Fahrzeugs ÷ tatsächlich deklarierte Anzahl Insassen.
Diese Faktoren sind französisch und werden auf alle Bilan angewendet, auch ausserhalb Frankreichs. Die Unterschiede zwischen den Ländern betreffen vor allem den Strom — Elektroauto und Bahn — und können erheblich sein; bei den Verbrennern fallen sie gering aus.
Der Referenz-Besetzungsgrad
Das Referenzszenario, also die Situation ohne Massnahme, beruht auf einem Besetzungsgrad von 1,43 Personen pro Auto. Das ist der in Frankreich gemessene Durchschnitt für Kurzstrecken unter 100 km, Quelle SDES-Insee, Enquête mobilité des personnes 2018-2019, die französische Mobilitätserhebung.
Diese Wahl ist bewusst vorsichtig. Bei Freizeitfahrten liegen die Durchschnittswerte höher, doch die Anreise zu einem Event beginnt beim dominierenden Alleinfahren, und genau dort setzt die Fahrgemeinschaft an. Mit 1,43 wird die Wirkung der Massnahme nicht überschätzt.
Die potenziell vermiedenen Autos
Ein Auto gilt als potenziell vermieden, wenn sich eine Person, die allein gefahren wäre, einer bereits bestehenden Fahrt anschliesst.
Gezählt wird, wie viele Teilnehmende in einer Fahrgemeinschaft unterwegs waren und wie viele Autos sie dafür tatsächlich genutzt haben. Dem gegenübergestellt wird die Anzahl Autos, die für dieselben Personen beim Referenzwert von 1,43 nötig gewesen wäre.
Potenziell vermiedene Autos
= (Teilnehmende in Fahrgemeinschaften ÷ 1,43) − (tatsächlich genutzte Autos)
Beispiel: 40 Teilnehmende in 10 Autos. Beim Referenzwert: 40 ÷ 1,43 ≈ 28 nötige Autos. Vermieden: 28 − 10 = 18.
Das Ergebnis wird nie über die tatsächlich gemessenen Fahrten hinaus hochgerechnet. Der Begriff «potenziell» bleibt durchgehend stehen.
Wofür die Daten taugen
Die Mobilitäts- und Emissionswerte dieses Bilan folgen derselben Faktorenlogik wie die regulatorische französische THG-Bilanzierung. Sie lassen sich damit in die Position «Mobilität» einer Scope-3-Berichterstattung einspeisen, sei es auf direkte Anfrage oder, häufiger, über einen Geldgeber, einen Partner oder eine Gebietskörperschaft im Rahmen von deren eigener Wertschöpfungskette.
Was die Methode nicht leistet
MontioAlps erzeugt keine Scheingenauigkeit. Die Zahlen sind Schätzungen auf Basis realer Deklarationen und offizieller Faktoren. Sie zeigen Tendenzen und Grössenordnungen, die für einen Entscheid taugen, nie eine Messung aufs Gramm genau.
Quellen: Base Empreinte ADEME V23.6 (base-empreinte.ademe.fr) · SDES-Insee, Enquête mobilité des personnes 2018-2019.